7 Comments

  1. Philine

    Aber das würde bedeuten, alles, was an Unis über die Wirksamkeit der Antidepressiva gelehrt wird, wäre falsch und die Lehrenden wären nicht in der Lage das selbst – an Hand der genannten Studien oder aber durch den fehlenden Wirknachweis der Studien, die die Leute kennen – zu erkennen. Das wären sehr viele unfähige (es studiert haben, aber Studien nicht richtig lesen können) oder leichtgläubige (die also einfach nie selber recherchieren, sondern alles glauben, was ihnen erzählt wurde, als sie selbst studiert haben) Menschen. Ich will damit nicht ausschließen, dass es so ist – leider. Aber wie erklärte sich denn das?Ich frage, weil ich selbst Psychologie studiere, wir den „Mythos“ auch noch vermittelt bekommen und ich mir so viel unaufgeklärte Denke bei der Mehrheit meiner Dozent*innen nicht vorstellen kann. Und, dass die alle böswillig sind, kann ich mir ebenso nicht vorstellen. – Leider bin ich selber noch nicht soweit mit dem Statistikmodul, dass ich die Studien alle verstehen würde. Mich würde nur halt die Erklärung interessieren, warum so viele Menschen denn dann auf die Pharmaindustrie hereinfielen – trotz wissenschaftlicher Ausbildung.

    • Die Frage ist gut!
      Eine Antwort darauf wäre, dass jede Zeit ihre Paradigmen hat, von denen sie fest überzeugt ist, und alles, was diesem Paradigma widerspricht, wird wie im blinden Fleck einfach ausgeblendet. In der Psychologiegeschichte findet man viele solcher Paradigmen mit aus heutiger Sicht unverständlichen Behauptungen: Freud mit seinem Ödipuskomplex, die wahnsinnigen Rassenlehren der Nazi-Psychologen, der Behaviorismus mit seiner Seele als „Black Box“, die Urschreitherapie in den 60ern etc. pp. Und ähnlich, wie wir die klugen Köpfe der Vergangenheit belächeln, wird man dereinst vermutlich auch uns belächeln.
      Sehr gut erklärt das der Psychiater Pat Bracken in diesem hervorragenden Youtube-Vortrag, den aus meiner Sicht jeder Psychologiestudent mal gesehen haben sollte:
      http://www.youtube.com/watch?v=8MGJrgwh8lM

  2. Wow… was ein toller Beitrag. Extrem inhaltsvoll und sehr ausführlich. Das ist ja schon fast ein halbes Buch :D… Sehr sehr schön wirklich.

    Ich finde auch das Thema was hier angesprochen wird ein extrem wichtiges. Danke für die Aufklärungsarbeit!

  3. Eva

    Sehr interessanter Beitrag.Ich selbst bin Betroffener psychischer Erkrankung seit mehr als 20 Jahren.Medikamente,hab ich glaube schon 10 verschiedene Antidepressiva eingenommen.Man klammert sich regelrecht an diese Medikamente.Hilft das Eine nicht,bekam ich das naechste.Als Patient glaubt man dem Arzt.Nach 12 Jahren ambulanter Therapie bei einer Ärztin,habe ich es geschafft,die Medis abzusetzen.Durch diese tiefgründigen Gespraeche und auseinandersetzen meine Lebens(ich habe nicht studiert in dieser Richtung)habe ich gelernt und erkannt,warum ich depressiv und eine schlimme Angsterkrankung hatte.Das führte dazu,dass ich seit 10 Jahren eine Selbsthilfegruppe fuer psychisch Kranke ehrenamtlich leite und mein Wissen weiter vermitteln kann.Es ist ganz wichtig,denn derjenige,der selbst an psychischen Erkrankungen gelitten hat,weiss wie man sich fühlt und kann sein Wissen darüber mit Aufarbeitung des eigenen Lebens der Anderen,demjenigen helfen.Denn nur Er oder Sie,kann das nachempfinden und helfen,aus seiner Krankheit heraus zu kommen.Dazu braucht man aber einen guten Psychologen oder Therapeuten,der zuhoert und sich Zeit nimmt.Heute bin ich medikamentenfrei und gebe mein Wissen an meine Frauen in der Selbsthilfegruppe weiter.Selbsthilfegruppe heisst Ja,sich selbst helfen und das machen wir.Nochmals Dank fuer den Beitrag,dass gibt mir die Bestätigung,warum es richtig war,meine Medikamente auszuschleichen und Mur es heute ohne Rueckfaelle,wie immer gesagt wird,glücklich lebe.

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